Müll ist ein Designfehler
Über 50% des Abfalls in Deutschland kommt aus dem Bausektor - inklusive des Innenausbaus. Hört sich abstrakt an, verwundert jedoch nicht, wenn man in die Entsorgungscontainer schaut: zerschlagene Trockenbauwände, Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Türen, Fenster, ganze Einrichtungen landen dort. Hinzu kommen Unmengen ausrangierter Möbel, die auf dem Sperrmüll landen. Mit Interiors von wandelgestalten können Sie einen Unterschied machen. Die Designs verfolgen einen konsequent ressourcenschonenden Ansatz und füllen Ihren Nachhaltigkeitsanspruch mit Leben. Erfahren Sie hier mehr:
Potenziale und Geschichten
Im Zentrum der wandelgestalten-Arbeiten stehen das Material und seine Potenziale. Sie stellen den Designprozess in einem gewissen Sinne auf den Kopf. Der Fokus des Upcyclings liegt auf der Frage, was bereits da ist und was daraus werden kann. Dementsprechend hängt das Endprodukt maßgeblich vom vorhandenen (und dann zweckentfremdeten) Material ab. Gleichzeitig erhalten die Objekte nicht nur die inneliegenden Ressourcen ihrer Rohstoffe sondern auch deren Geschichte. Patina und Gebrauchsspuren zeugen von der Vergangenheit der Bestandteile und machen den Verbleib im Kreislauf sichtbar. Erfahren Sie mehr zum Upcycling-Verständnis von wandelgestalten:
Designatelier wandelgestalten
Wandelgestalten [ ˈvandəlɡəˌʃtaltn̩] auch Formwandler oder Metamorph: fiktive Wesen, die ihre eigene Form (vollständig) verändern können.
2020 startete das Designatelier wandelgestalten und hat sich seit dem spannenden Transformationen von scheinbarem Abfall zu eigenartigen Einrichtungsgegenständen verschrieben. Die Möbel- und Raumgestaltung ist einzigartig und nachhaltig zugleich. Die ausgefallenen Upcycling-Designs unterstreichen die Einmaligkeit der Projekte. Mit möglichst großer Wirkung bei möglichst geringem Fußabdruck durch konsequente Ressourcenschonung.
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Mit dem Schwerpunkt auf Möbeldesign durchliefen schon diverse Materialien vom Sperrmüll und Bauschutt überraschende Metamorphosen. Um den Bedarfen von Auftraggeber*innen über einzelne Centerpieces hinaus gerecht zu werden und sie umfänglicher in ihrem Anspruch größtmöglicher Nachhaltigkeit zu unterstützen, erarbeitet wandelgestalten ebenso nachhaltige Raumkonzepte von der Hängelampe über die Teeküche bis zur Wandgestaltung.
wandelgestalten begnügt sich dabei nicht damit, alleinstehende Unikate hervorzubringen, sondern untersucht im „Labor für Zweckentfremdung“, was alles aus entsorgten Rohstoffen rauszuholen ist. Der Reiz besteht in der kreativen Zweckentfremdung, die gleichzeitig Prototyping für eine bessere Welt sein kann. Sie hält Ressourcen zum höchstmöglichen Wert im Kreislauf und setzt ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.
mehr über die Arbeit und den Ansatz von wandelgestalten:
Andreas Michels
Erfinder, Designer, Andersmacher
Mein Zick-Zack-Lebenslauf ist geprägt von Kreativität und Eigensinn, von gesellschaftlichem Engagement und vom Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen. Die Lust am Verfolgen anderer Ansätze und die Ansicht, dass sich in der Gesellschaft etwas verändern muss, trieben mich mein Leben lang an - und das kann ich mit wandelgestalten auch beruflich weiter verfolgen.
mehr zu mir
Während meiner Kindheit im Saarland war ich schwer beschäftigt ;) Architektur- und Bauwesen (Baumhäuser, Höhlen, Straßensegler, BMX-Bahn,…) und visionäres Erfindertum (ein Raumschiff, angetrieben mit der Energie von Blitzen) waren damals schon erfüllende Beschäftigungen für mich. In meiner Jugend bevorzugte ich Skateboard fahren vor Vereinssport, ging lieber auf Konzerte unbekannter Bands im selbstverwalteten JUZ als in die Mainstream-Disko, engagierte mich gegen Rechts statt vor der Playstation zu hängen.
Mein Lebenslauf enthält Stationen wie Schulwechsel und Umorientierungen, MSA, Fachabitur in Grafik und Design, ausgiebige Reisen, Kampagne für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in meiner Heimatstadt, Zivildienst, Abitur, Studium der Soziologie, Kommunikations- und Politikwissenschaft in Münster, einjähriger Aufenthalt in Buenos Aires, immer wieder kleinere gesellschaftskritische Kunst- und Selbstorganisationsprojekte,…
Nach der Ankunft 2010 in Berlin transformierte ich in meiner neuen Wohnung zunächst das Wohnzimmer zu einer ausgefallenen Küche mit Koch-und Essinsel aus alten Holzkisten und Material vom Sperrmüll. Vor 10 Jahren restaurierte ich einen ausgedienten Feuerwehr-LKW und zog nach aufregendem Umbau in diese „Mobilie“ ein. Im neuen Garten wandelten wir den Asbest-Bungalow in einen lichtgefluteten Raum. Es sind ausschließlich gerettete oder biologisch abbaubare Baumaterialien verbaut: Altbaudielen als Fassaden- und Innenwandverkleidung, entsorgtes Eichenparkett und 150 Jahre alte Steinfliesen auf dem Boden, Isoglas-Fenster aus dem Bauschutt, Holzfaserdämmung, Lehmputz, etc.
Beruflich beschäftigte ich mich vor der Selbstständigkeit insbesondere mit der Beratung und Unterstützung von Migrant*innen und Geflüchteten sowie der Qualitätsentwicklung in einem Wohlfahrtsverband. Dann schlug mein innerer Kompass wieder Richtung kreativerer Beschäftigung aus und ich gründete Anfang 2020 das Designatelier wandelgestalten. Seit dem genieße ich es, meinem kreativen Erfindergeist Raum zu geben und alles Mögliche zu schönen und praktischen Dingen zu transformieren - und damit Werbung für eine bessere Welt machen zu können.
Das Labor für Zweckentfremdung
In meinem Kreuzberger Atelier steht das kreative Experiment im Mittelpunkt. Die Konzepte und Ideen für Transformationen müssen sich hier der Realität Ihrer Umsetzbarkeit stellen. Das Prototyping arbeitet für die gesammelten Rohstoffe möglichst viele Anwendungsmöglichkeiten heraus. Hier entsteht wertvolles KnowHow, das dann in die Design- und Herstellungsprozesse der konkreten Projekte einfließen kann.
mehr zum Atelier
Die Ausstattung der ausgedienten Hufschmiede unter einem ehemaligen Fabrikgebäude erzählt auch eigene Geschichten. Eine Altbautür wurde mit entsorgtem Parkett zur Werkbank, Rohrabschnitte und alte Bettrahmen zu Kragarm-Regalen, aus weggeworfenem Laminat entstanden 90 Schraubenkisten, alte Holzrollläden verkleiden eine Trennwand, ein Fenster vom Bauschutt ist nun Leuchte am Werktisch, für Ordnung sorgen Schubladen aus Sperrmüll-Schränken und das French-Cleat-System aus Rahmenteilen alter Lattenroste. Alle weiteren Möbel sind vom Sperrmüll bzw. überwiegend aus Resten oder durch Wiederverwendung sonstiger Materialien gefertigt.
Fotos: 1+2 A. Michels; 3+4 Tali Tiller, www.talitiller.net, @talitill.photographer